In der 4. Qigong-Stunde: Ein Tabubereich nach der Krebsoperation wird wieder spürbar
In der vierten Kursstunde erzählte mir eine Teilnehmerin etwas Besonderes.
Wenn sie beim Qigong ihre Hände auf den Rücken legt – um einen Akupunkturpunkt, der Mingmen (命門) heißt – oder diesen Bereich sanft massiert, spürt sie etwas, sagte sie.
„Ist es ein Schmerz oder fühlt es sich unangenehm an?" „Nein, nicht unangenehm. Eher so: Ah, hier ist etwas passiert. Nach der Behandlung war dieser Bereich für mich ein Tabu. Ich wollte diesen Bereich irgendwie nicht spüren. Und jetzt plötzlich: Ah ja, hier war es."
Dann erzählte sie mir von ihrer Krankheit.
Vor anderthalb Jahren hatte sie genau an dieser Stelle Krebs bekommen. Sie hatte eine Operation an der Wirbelsäule und eine Strahlentherapie. Heute kann sie wieder normal leben, wenn sie auf intensiven Sport und schweres Heben verzichtet. Die Knochen haben begonnen, sich zu regenerieren.
Trotzdem war dieser Bereich bisher ein Ort, mit dem sie unbewusst nichts zu tun haben wollte. Und jetzt kann sie dort wieder etwas spüren.
„Vielleicht ist es so: Die Verbindung zu diesem Ort, die durch das Krebs-Trauma verloren gegangen war, ist wieder da?" „Ja, genau! So könnte es sein! Wow, das ist interessant", sagte sie mit leuchtenden Augen.
Wenn wir unsere Aufmerksamkeit oder Vorstellungskraft auf einen Ort richten, fließt dort das Qi (Lebensenergie) besser. Ich hoffe, dass die wiederhergestellte Verbindung zu diesem Ort auch die Regeneration der Knochen weiter unterstützt.
Der Punkt Mingmen (命門) liegt an der Wirbelsäule und ist – genau wie das untere Dantian (下丹田) im Unterbauch – im Qigong und in der chinesischen Medizin sehr wichtig. In meinen Qigong-Kursen legen wir oft die Hände für eine Weile auf beide Seiten des Mingmen oder massieren diesen Bereich sanft.

