Kältegefühl loswerden mit Qigong: das „Tor des Lebens"

Das „Tor des Lebens" (Mingmen 命門) – die Heizung des Körpers: Wenn diese Stelle warm ist, wird der ganze Körper warm.

Heute möchte ich wieder über das „Tor des Lebens" sprechen.

Das „Tor des Lebens" liegt zwischen dem 2. und 3. Lendenwirbel – grob gesagt befindet es sich auf der Rückseite des Nabels, also auf der gleichen Höhe wie der Nabel, aber am Rücken.

In der Qigong-Stunde vor zwei Wochen habe ich erklärt: „Diese Stelle gilt in der traditionellen chinesischen Medizin als ‚Heizung des Körpers' – wenn sie warm ist, wird der ganze Körper warm." Wir haben diese Stelle massiert und Qigong-Übungen gemacht, bei denen das „Tor des Lebens" im Fokus stand.

In der nächsten Stunde berichtete eine Teilnehmerin mit Freude: „Nachdem ich die Umgebung des „Tors des Lebens" massiert und dann ein Kleidungsstück um die Taille gewickelt hatte, war mir warm – obwohl die Heizung niedriger eingestellt war als sonst. Das hat mich wirklich überrascht." Sie sagte, es fühlte sich an, als ob die Wärme von innen aus dem Körper aufsteige.

Der Frühling kommt langsam näher, aber morgens und abends gibt es noch viele kühle Tage. Deshalb stelle ich hier eine Massagemethode für die Umgebung des „Tors des Lebens" vor.

Nun zur Massagemethode im Einzelnen:

  1. In der Mitte der Handteller befindet sich ein Akupunkturpunkt, die „Mitte der Handteller" (Laogong 労宮) – ein kleiner Exkurs: Dieser Punkt ist besonders warm. Einfach die Mitte der Handfläche auf den Scheitel legen – die Wärme ist sofort zu spüren.
  2. Die Handflächen sanft und kreisförmig aneinander reiben, dabei die „Mitte der Handteller" im Bewusstsein halten (zum Beispiel 36 Mal).
  3. Die gewärmten Hände auf beide Seiten des „Tors des Lebens" am Rücken legen und warten, bis die Wärme der Handflächen sanft übertragen wird (dabei liegen die Hände nicht übereinander, sondern nebeneinander, rechts und links der Wirbelsäule).
  4. Die Wirbelsäule mit beiden Händen umschließen und jeweils einen nach innen gerichteten Kreis zeichnen (zum Beispiel 9 Mal).
  5. Mit beiden Handflächen auf Nabelhöhe nach vorne in Richtung Bauch streichen, hin zum „unteren Dantian" (etwa 2–3 Fingerbreiten unterhalb des Nabels).
  6. Beide Handflächen übereinander auf das „untere Dantian" legen und ruhig warten, bis es sich erwärmt.

Während der gesamten Übung die Vorstellungskraft immer auf die Stelle richten, an der sich die Hände befinden – sowohl wenn sie sich bewegen, als auch wenn sie stillhalten. Im Qigong heißt es: „Wohin die Vorstellungskraft gerichtet ist, dorthin fließt das Qi gut."

Das „Tor des Lebens" kann noch in weiteren Qigong-Übungen eingesetzt werden. Dazu schreibe ich bald mehr.