Qigong oder Taiji – was ist besser für die Gesundheit? Was ist der Unterschied?
Sport ist toll – aber beim Qigong und Taiji geht es um mehr als nur den Körper. Hier werden Körper, Geist und Seele zusammen angesprochen. Das bedeutet: Neben den körperlichen Vorteilen kann man auch innerlich profitieren – weniger Stress, mehr Ruhe, mehr innere Stabilität.
Beim Qigong steht man meistens an einem festen Platz. Manchmal macht man einen Schritt zur Seite und kommt dann wieder zurück. Beim Taiji hingegen bewegt man sich ständig in alle Richtungen – vor, zurück, zur Seite – mal einen Schritt, mal mehrere hintereinander. Es gibt zwar auch ein „Qigong im Gehen", und die Grenze zwischen Qigong und Taiji ist ohnehin nicht immer klar. Manche Stile verbinden beides – zum Beispiel das Taiji-Qigong Shibashi.
Ein großer Vorteil von Qigong: Man kann es im Liegen, Sitzen oder Stehen üben. Das macht es besonders geeignet für Menschen, die körperlich eingeschränkt sind. Viele Bewegungen funktionieren sowohl im Stehen als auch im Sitzen – ohne dass man dabei etwas Wesentliches verliert. Taiji hingegen erfordert mehr Bewegung im Raum und ist daher nicht für jeden geeignet.
Und wie schwer ist es zu lernen? Qigong ist einsteigerfreundlich: Man kann einzelne Bewegungen herausgreifen und separat üben. Beim Taiji sind die Bewegungen komplexer und fließen ineinander über – das braucht Zeit, regelmäßiges Üben und etwas Geduld.
Der Taiji Walk verbindet die Stärken von Qigong und Taiji. Man geht kontinuierlich und stärkt dabei Beine und Hüfte, trainiert das Gleichgewicht – und das alles mit einfachen, sich wiederholenden Bewegungen. Dadurch lernt man es schnell, es macht von Anfang an Spaß und man kann es auch zu Hause üben. Weil die Bewegungen so einfach sind, hört man irgendwann auf, bewusst darüber nachzudenken – und gleitet ganz natürlich in einen entspannten, fast meditativen Zustand. Genau das ist eigentlich das Ziel von Taiji.
Ob Qigong oder Taiji besser zu dir passt, hängt nicht nur von körperlichen Voraussetzungen ab – sondern auch davon, was dich mehr anspricht. Es kommt durchaus vor, dass jemand Qigong langweilig findet, Taiji aber toll – oder umgekehrt.
Wichtig ist: Nicht nach einem einzigen Versuch urteilen! Erst nach etwa zehn Einheiten bekommt man ein echtes Gefühl dafür, ob etwas zu einem passt. Probier es in Ruhe aus und find heraus, was das Richtige für dich ist.

